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Nachrichten aus der Pflege
Mittwoch, 19. September 2018

bpa. Transparenz braucht keine Tarifverträge

Berlin (scp) - Der bpa-Arbeitgeberverband wehrt sich gegen eine Zwangsrekrutierung der Pflegeeinrichtungen, was allgemeinverbindliche Tarifverträge angeht. Deutlich machte dies deren Präsident, Rainer Brüderle, auf einer Pressekonferenz des Verbandes. „Die Pflege braucht Freiräume", sagte er, zudem sei die Dynamik bei den Pflegegehältern aktuell mit einer Steigerung im Mittel um 4,7 Prozent (2017) größer als bei den Tarifgehältern in der Pflege.

Höhere Gehälter kämen derzeit ohnehin vom Markt. „Dazu braucht es keinen Tarifvertrag – und schon gar keine allgemeinverbindliche Tarifverträge", ergänzte bpa-Präsident Bernd Meurer und sagte: „Transparenz braucht keine Tarifverträge". Vorfestlegungen vor dem Start der Gespräche zur Konzertierten Aktion Pflege „lehnen wir strikt ab", stellte Meurer zudem klar.

 

Zahlen zur Pflege
(aus den Unterlagen zur Pressekonferenz des bpa-Arbeitgeberverbandes)

Von 2013-2017 hat es beim Pflegepersonal in der Altenpflege einen Jobzuwachs von 100.000 Stellen gegeben. Das macht ein Plus von 21 % auf 561.000 Beschäftigte. Zwischen 1999 und 2015 stieg die Zahl der Gesamtbeschäftigten in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen um 74 % auf 1,1 Millionen Menschen.

Rund 63.200 Jugendliche haben im Herbst 2016 eine Berufsausbildung in der Pflege begonnen, darunter 24.130 Personen in der Altenpflege. Im Vergleich zu 2006/ 2007 ist dies ein Anstieg um 68 %.

 

Brüderle verwies dabei auf die Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) des bpa-Arbeitgeberverbandes. Diese gebe es „als Mindestbedingungen" aktuell in Sachsen, Brandenburg, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Sie legten zum Beispiel ein Einstiegsgehalt von 2.400 Euro für die Pflegefachkraft in Sachsen-Anhalt oder von 2.950 Euro in Baden-Württemberg zugrunde.

 

„Herr Spahn kann mich damit nicht gemeint haben."
Bernd Meurer, bpa-Präsident, zur Nachfrage, wie er zur Kritik von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu den Renditen der Pflege steht

 

Sorgen müsse man sich machen, wenn es darum geht, wer künftig pflegen soll, sagte Meurer weiter. Zu lösen sei diese Frage nicht nur mit höheren Gehältern, „wobei ich bei einer besseren Bezahlung sofort für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei wäre". „Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist mehr Personal erforderlich. Das ist der Schlüssel für alles."

 

Wer nur eine bessere Bezahlung fordert, habe das Thema Fachkräftegewinnung verfehlt. Andere Branchen ringen auch um Fachkräfte und können losgelöst von staatlicher Regulierung viel schneller und stärker die Gehälter steigen lassen.
Bernd Meurer

 

Die Politik habe die Pflegepersonalfrage ausgesessen, mit dem Ergebnis, dass „wir heute bereits einen Versorgungsmangel in der Pflege haben", stellte der bpa-Präsident klar. Wenn nicht umgehend reagiert werde, „kommt es in naher Zukunft zu weiteren Versorgungsengpässen".

 

Die professionell Pflegenden in Krankenhäusern verdienen mehr als die in der Altenpflege. Die Krankenhäuser können künftig in den Pflegeheimen und Pflegediensten auf Einkaufstour gehen. Geld für das Personal scheint dabei laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn keine Rolle mehr zu spielen.
Bernd Meurer

 

Weiterhelfen könnten vier Maßnahmen. Hierzu gehöre unter anderem, den Personaleinsatz an Inhalten sowie Bedarfen und nicht an „nicht mehr haltbaren" Fachkraftquoten zu orientieren, die Fortsetzung der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege, ein Einwanderungsgesetzgesetz sowie Initiativen zur Fachkräftegewinnung im Ausland.


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