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Nachrichten aus der Pflege
Dienstag, 17. Juli 2018

Neue Qualitätsprüfungen: In Pflegeheimen frühestens ab 2019

Berlin (scp) – „Die ersten neuen Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen könnten ab der zweiten Jahreshälfte 2019 erfolgen. Das ist noch möglich. Danach wird mit einer Zeitverzögerung von rund einem Jahr die Prüfung für ambulante Dienste angepasst", machte Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS, auf dem MDK-Kongress 2018 deutlich.

Denn zunächst muss sich der Qualitätsausschuss Pflege, in dem die Pflegekassen und die Leistungsbringer vertreten sind, auf das neue Prüfverfahren verständigen. Danach müssen die Qualitätsvereinbarung, die Qualitätsprüfungs-Richtlinien und die Qualitätsdarstellungsvereinbarung erarbeitet werden. „Das kostet Zeit und kann zu Verzögerungen führen", sagte Pick weiter. Auch sei noch nicht klar, ob das Notensystem tatsächlich wegfalle.

 

Presseunterlagen MDK-Kongress 2018:

Im Bereich Pflege wurden seit 2016 rund 540 zusätzliche Pflegegutachterinnen und -gutachter eingestellt. Derzeit arbeiten 2.925 Pflegefachkräfte bei den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung. Insgesamt beschäftigen die Medizinischen Dienste über 8.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im Jahr 2017 wurden durch den MDK 10.500 ambulante Pflegedienste und 11.200 stationäre Pflegeeinrichtungen geprüft.

Die Gesamtkosten der Medizinischen Dienste beliefen sich im Jahr 2017 auf 796 Millionen Euro.

 

Geplant ist, das System der internen Qualitätssicherung, der externe Qualitätsprüfung und der Qualitätsdarstellung grundlegend neu zu gestalten. Die Qualitätsdarstellung soll künftig auf drei Säulen stehen. Erstens auf ausgewählten MDK Prüfergebnissen, zweitens auf von den Pflegeeinrichtungen selbst erhobenen Qualitätsdaten (aller Voraussicht nach wird es zum Start des neuen Prüfsystems zehn gesundheitsbezogene Ergebnisindikatoren geben, die zwei Mal im Jahr für alle Bewohner erhoben werden müssen) und drittens sollen Informationen der Einrichtungen zu ihrer Struktur, wie zum Beispiel zu den Zimmern und zur Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr, angegeben werden.

 

„Als MDK können wir uns vorstellen, dass gute Einrichtungen nur alle zwei Jahre geprüft werden. Auch müssen wir die Diskussion führen, dass Qualitätsprüfungen in stationären Pflegeeinrichtungen am Vortag angekündigt werden. Die Erfahrung zeigt, dass in einer Nacht keine gute Einrichtung gemacht werden kann."
Dr. Peter Pick, MDS-Geschäftsführer

 

Zentrale Beurteilungsgrundlage soll künftig die Inaugenscheinnahme der Pflegebedürftigen und die Fachgespräche mit den pflegenden und betreuenden Fachkräften sein. Die Pflegedokumentation werde künftig nur noch eine ergänzende Informationsquelle zur Bewertung der Pflegequalität sein, führte Pick weiter aus. Denn geprüft werden soll, ob tatsächlich ein Prozess- oder Ergebnisdefizit vorliegt oder nicht.

 

Herbert Mauel, bpa-Geschäftsführer, MDK-Kongress 2018:

 „Viele Einrichtungen träumen bei den Qualitätsprüfungen noch davon, dass die neue Messung von Ergebnisindikatoren die alte Qualitätsprüfung durch den MDK ersetzt. Das wird nicht der Fall sein. Auf die Pflegeheime kommt somit keine Entlastung, sondern eine weitere Belastung zu.

Es ist weder ein Ausdruck von Vertrauenskultur noch von Aussagekraft, wenn künftig ausgerechnet der MDK neben der externen Qualitätsprüfung auch prüft, ob die Pflegeheime bei der Erfassung der Indikatoren alles richtig gemacht haben.

Die flächendeckende Erhebung nach Ergebnisindikatoren wird für Pflegeheime nicht schon 2019 kommen. Formale Grundlagen sind die neuen Qualitätsmaßstäbe, die Qualitätsdarstellungsvereinbarung, die neue Qualitätsprüfrichtlinie. Daran wird intensiv gearbeitet.

Die eigentliche Herausforderung ist aber die Schulung von mehr als 12.000 Pflegeheimen. Hier können wir keine Experimente machen, sondern brauchen erst die verlässlichen Grundlagen. Die notwendige Qualifizierung aller Pflegeheime ist eine Riesenaufgabe, die schlicht Zeit braucht und mit einem Handbuch nicht zu erledigen ist."

 

Bei den Prüfinhalten werden neue Themen wie die Förderung der Mobilität, die Unterstützung bei herausforderndem Verhalten sowie die soziale Betreuung stärker gewichtet. Auch auf den Umgang mit Schmerzen wird ein stärkerer Fokus gelegt.

Für den Bereich der ambulanten Pflegedienste werden aktuell ebenfalls Vorschläge für eine analoge Anpassung der MDK-Prüfung erarbeitet. Die Vorschläge für stationäre Pflegeeinrichtungen sollen noch in diesem Sommer vorgestellt werden. Für den ambulanten Bereich folgen diese später.


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