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Nachrichten aus der Pflege
Samstag, 16. Februar 2019

Vogler: „Die Pflege wurde nachhaltig zerlegt"

Die Haltung zu den professionell Pflegenden muss sich ändern

Berlin (scp) – „Was sind das für irre Zeiten, in denen wir als Pflege unterwegs sind", sagte Christine Vogler, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats (DPR), gleich zu Beginn ihrer Rede auf dem Kongress Pflege 2019 von „Springer Pflege". „Ja", die Pflege sei in der Politik angekommen. So habe es alleine in den letzten 5 Jahren 14 neue Gesetze und Verordnungen gegeben, die die Versorgung der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sichern und die Arbeitsbedingungen der Pflegenden verbessern sollen.

Weiter werde mit der Konzertierten Aktion Pflege versucht, Bedingungen zu schaffen, in denen pflegerische Versorgungsstrukturen gesichert werden sollen. Und trotzdem scheint es nicht zu wirken. Das alles komme in der Pflege nicht an. „Die Nerven liegen blank", mahnte Vogler und verweist u. a. auf den CARE Klima-Index 2018 (siehe gesonderter Bericht, Anm. d. Red.).

"Bei allem was wir Pflegenden tun, was die Entscheider und Verantwortlichen in diesem Land tun, lasst uns immer drei Fragen stellen:

Dient die Entscheidung die ich treffe, das Gespräch das ich führe und das Gesetz das ich verabschiede dem Pflegebedürftigen?
Dient die Entscheidung die ich treffe, das Gespräch das ich führe und das Gesetz das ich verabschiede dem Ansehen der Profession Pflege?
Dient die Entscheidung die ich treffe, das Gespräch das ich führe und das Gesetz das ich verabschiede der Sicherung von qualitativ guter pflegerischer Versorgung unter guten Arbeitsbedingungen?

Wenn Sie bei der Beantwortung mindestens zweimal mit „Ja" antworten, dann hat die Pflege zumindest eine Chance auf eine Zukunft in unserem Land."
Christine Vogler

Das gefühlte Bild von Pflege und Pflegenden sei, dass sich Grundsätzliches nicht verändert hätte. Der Beruf Pflege werde immer noch nicht als eigenständige Profession anerkannt. „Aber genau das muss geschehen. Die Haltung zu den professionell Pflegenden muss sich verändern", forderte Vogler weiter. „Die Anerkennung, dass Pflege ein professioneller und verantwortungsvoller Berufsstand ist, muss in den Köpfen, auch derer der Politik, ankommen."

Die nach wie vor gelebte „Pflege kann jeder"-Kultur in politischen Botschaften wie

  • die Absenkung des Zugangsniveaus zur Ausbildung, bis hin zu Diskussionen darüber, das ohne Schulabschluss Pflege gelernt werden kann,
  • die Weigerung der Anpassung des Berufes an europarechtliche Normen,
  • die Negierung des Heilberufestatus durch Verweigerung des Selbstbestimmungsrechtes und damit der dauerhafte Ausschluss aus dem Mitbestimmungsrecht im System Gesundheit

„hat die Pflege nachhaltig zerlegt. Und wir tun es immer noch", kritisierte die Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats.

Bei alldem, was jetzt unternommen werde, „müssen wir aufpassen, dass es nicht zu einer Flickschusterei oder gar zur bloßen symbolpolitischen Handlungen kommt", ergänzte Vogler.

Die Konzertierte Aktion Pflege sei „absolut zu begrüßen", sagte sie weiter und verwies auf die „gebotene konsequente Umsetzung". Wenn das nicht greift, wird gute pflegerische Versorgung für die Menschen in diesem Land nicht mehr möglich sein", befürchtet die Pflegeexpertin. Der Deutsche Pflegerat fordere daher, dass aus der KAP ein „Masterplan Pflege" erstellt werde.

Mängel sieht Vogler bei der Umsetzung der Verordnung zu den Pflegepersonaluntergrenzen in den Krankenhäusern. Bereits jetzt würden Rückmeldungen aus der Praxis von bewusst vorgenommenen Verschiebebahnhöfen in Krankenhäusern berichten, um die Untergrenzen einzuhalten. Der Deutsche Pflegerat fordert ein Personalbemessungssystem für den Krankenhausbereich, u. a. die Weiterentwicklung der Pflegepersonal-Regelung (PPR) in eine PPR 2.0.

Zur Umsetzung des Pflegeberufegesetzes sagte sie: „Am Ende wird sich bei dessen Umsetzung vieles an der Finanzierung festmachen. Wie ernst meint es dieses Land mit diesem Beruf? Anschubfinanzierung für die Schulen und Praxisträger: Nicht vorgesehen. Kostenübernahme für die Mietkosten der Schulen: Bund und Länder schieben sich die Verantwortung hin und her."

Zum Thema Pflegekammer machte Vogler darauf aufmerksam, dass die Linien zwischen Befürwortern und Gegnern auch innerhalb der jeweiligen Parteien in Deutschland im hohen Maße voneinander abweichen. Nur eine Pflichtmitgliedschaft gebe demokratische Legitimation; Mitgliedsbeiträge stellten die Unabhängigkeit und Selbstverwaltungsaufgaben sicher, so Vogler abschließend.


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