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Nachrichten aus der Pflege
Dienstag, 01. Oktober 2019

1. Oktober: Start des neuen Qualitätssystems in der stationären Pflege

Berlin (scp) – „Der nicht aussagekräftige alte Pflege-TÜV gehört der Vergangenheit an", titelt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, pünktlich zum 1. Oktober 2019.

Pünktlich zu diesem Datum ist die schrittweise Umsetzung des neuen Qualitätssystems in der stationären Langzeitpflege gestartet, mit der Datenerhebung und -übermittlung durch die Einrichtungen (Indikatorensystem).

Westerfellhaus: „Ab jetzt wird der alte Pflege-TÜV mit seiner irreführenden Durchschnittsnote von 1,2 schrittweise abgeschaltet. Das ist ein guter Tag für all diejenigen, die sich fundiert und objektiv über Pflegeeinrichtungen informieren wollen".

Beim neuen Qualitätssystem werde geprüft, wie gut die Pflege wirklich sei – etwa beim Erhalt von Mobilität und Selbstständigkeit. „Vom Vermeiden von Stürzen bis zur Hilfe im Notfall werden die Ergebnisse künftig für jedermann verständlich dargestellt."

Im Ergebnis, so Westerfellhaus weiter, werde der Bürger „endlich Transparenz über wahre Pflegequalität erhalten".

Zitate zum Start

    „Wir werden nun die Umsetzung aufmerksam verfolgen. Eine Mehrbelastung der Pflegekräfte durch zusätzlichen Dokumentationsaufwand muss verhindert oder ausgeglichen werden, damit Zeit für gute Pflege bleibt."
Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflegepolitik, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

    „Der neue Pflege-TÜV greift immer noch zu kurz. Darüber hinaus muss der Mehraufwand für Pflegeeinrichtungen kompensiert werden."
Nicole Westig, Pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion

    „Es lohnt sich für alle Beteiligten. Das entwickelte Verfahren ist abgestimmt und anschlussfähig an das neue Strukturmodell der Pflegedokumentation sowie an den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff."
BAGFW-Geschäftsführer Dr. Gerhard Timm

Planmäßige Betriebsaufnahme

Pflegeheime erheben ab dem 1.10. in einem Abstand von sechs Monaten Indikatorendaten bei ihren Bewohnerinnen und Bewohnern und übermitteln die Indikatorendaten an die Datenauswertungsstelle (DAS Pflege), heißt es vom Qualitätsausschuss Pflege ergänzend weiter.

Die DAS Pflege führt danach eine statistische Kontrolle der Daten durch, berechnet die Indikatorenergebnisse und stellt die Auswertungen den Pflegeeinrichtungen, den Prüfinstitutionen und den Landesverbänden der Pflegekassen für die Qualitätsdarstellung zur Verfügung.

Eingebettet ist die Datenauswertungsstelle in das aQua-Institut. Pünktlich zum 1. Oktober hat die DAS Pflege nun auch die „offizielle" Betriebserlaubnis erhalten, wusste Constance Stegbauer von der DAS Pflege auf der Jahrestagung des Prüfdienstes des PKV in Potsdam zu berichten. Weiter wies sie darauf hin, dass rund 90 Prozent aller vollstationären Pflegeeinrichtungen sich bislang für das Indikatorensystem registriert hätten.

Alle Pflegeheime sind nun verpflichtet, bis zum 30. Juni 2020 mindestens einmal den anhand des indikatorengestützten Verfahrens erhobenen Datensatz zu übermitteln. Veröffentlicht werde dieser Probelauf jedoch noch nicht, ergänzt Stegbauer, die zudem betonte, dass die Daten auch über eine Datenschnittstelle übermittelbar seien. Im Oktober werde es dazu weitere Infos für die Softwareanbieter geben, versprach sie in Potsdam.


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