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Nachrichten aus der Pflege
Freitag, 13. März 2020

Coronavirus. Wichtige Informationen

Berlin (scp) - Wir haben einige wichtige Informationen zum Coronavirus zusammengefasst. Dies vor allem mit Blick auf den Pflegebereich.

Ministerpräsidentenkonferenz (12. März 2020)

"Wir haben es - das zeigen die neuesten Zahlen - mit einem sogenannten dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun, das heißt, die Zahl der infizierten Personen steigt sehr stark an. Deshalb ist heute noch einmal in schärferer Form, als das in den vergangenen Tagen notwendig war, gesagt worden, dass, wo immer es möglich ist, auf Sozialkontakte verzichtet werden soll", richtete sich Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern (12. März 2020) an die Bürgerinnen und Bürger. Getagt hatte die Ministerpräsidentenkonferenz (wir berichten in Auszügen).

Weiter betonte Merkel, dass "die Funktionsfähigkeit des Staates gewahrt werden müsse, und auch die Kernbereiche der Wirtschaft müssen weiter funktionieren. Außerdem müssen wir alle medizinischen Vorbereitungen treffen, um die steigende Zahl von Infizierten auch medizinisch gut behandeln zu können".

Zudem wies die Bundeskanzlerin darauf hin, dass man Schutzkonzepte für die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen nach vorne bringen müsse.

Im Augenblick habe man ein Zeitfenster, "in dem wir die Vermeidung nicht notwendiger Sozialkontakte noch gut ausbauen können. Deshalb haben wir zusätzlich zu der Absage von Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern zwischen Bund und Ländern auch verabredet, dass dem ein Verzicht auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen unter tausend Teilnehmern folgen sollte. Das ist ein Aufruf an alle, ihre Veranstaltungen jetzt nicht mit einer anderen Untergrenze zu versehen, sondern sich einfach die Frage zu stellen: Was ist in dieser augenblicklichen Situation verzichtbar, was sollte nicht stattfinden?

Wir haben auch darüber gesprochen, dass wir angesichts dieser Situation, in der Sozialkontakte so weit wie möglich vermieden werden sollten, natürlich auch eine sehr schwierige Situation im wirtschaftlichen Bereich haben. Das heißt, es ist vorauszusehen, dass das gravierende Spuren in unserem Wirtschaftsgeschehen hinterlässt.

Wir waren uns einig. Wir müssen jetzt alles tun, um in dieser außergewöhnlichen und sehr schwierigen Situation den Zusammenhalt in unserem Land deutlich zu machen, auch in der Kooperation zwischen Bund und Ländern".

Ministerpräsident Markus Söder ergänzte: "Durch Corona ist die Welt eine andere, und die Auswirkungen sind wohl viel tiefgreifender, als wir es noch vor ein, zwei Wochen überhaupt hätten ahnen können. Das Geschehen ist extrem dynamisch, und das, was vorgestern kaum möglich schien, wird wahrscheinlich und ist morgen dann Realität.

Dies ist eine echte Bewährungsprobe - eine Bewährungsprobe für unser Gesundheitssystem, für unser ganzes Land, aber auch für die Politik. Ganz wichtig ist, dass wir Regelungen finden müssen, die sich insbesondere an die ältere Generation, die Hauptzielgruppe, richten. Das heißt, wir brauchen auch Regelungen für Altenheime, Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen. Eine klare Vorgabe zu entwickeln, wie man damit umgeht, um die Hauptrisikogruppe zu schützen, muss unser Ziel sein.

Es gilt, soziale Kontakte zu reduzieren, um die Entwicklung zu verlangsamen, da wir leider nun einmal - und das ist das Grundproblem - kein Medikament und keine Möglichkeiten der normalen Therapie haben. Dass wir sozusagen nicht auf die vorhandenen normalen Medikamente zurückgreifen können, macht die Lage auch so dramatisch. Wir können auch nicht auf einen Impfstoff warten. Die Lage ist jetzt da, und deswegen müssen wir auch so reagieren, wie wir es tun.

Wir werden alles tun, was notwendig ist, um wirtschaftliche Stabilität zu erhalten, denn neben der medizinischen Schockwirkung ist in dieser Krise wichtig, dass wir nicht in eine absolute, in eine tiefe Rezession kommen. Denn die Verbindung von beiden Themen schafft dann auch andere Probleme, und die wollen wir lösen.

Wir haben heute von den Experten gehört, dass es vor allem auf die nächsten vier, fünf Wochen ankommt. Das heißt, die Maßnahmen, um die es geht, sind jetzt alle auf jeden Fall um den 20. April terminiert".

Bürgermeister Peter Tschentscher (Hamburg): "Im Grunde muss jeder persönliche Kontakt in den nächsten Wochen so weit wie möglich vermieden werden, weil das in dieser Phase einer solchen Epidemie eben die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass man das sehr, sehr schnelle Ausbreiten eines Virus verhindert. ch bin auch sehr froh, dass wir vom Bund Hilfestellungen für das bekommen, was in den Ländern jetzt vor allem im Gesundheitswesen erforderlich ist.

Wir können nicht riskieren, alle Kindergärten zu schließen, alle Schulen zu schließen, und dann vielen Menschen nicht mehr die Möglichkeit zu geben, als Krankenschwester, Krankenpfleger, Arzt oder Ärztin zum Dienst zu erscheinen.

Die Epidemie wird ihren Lauf nehmen. Wir werden vieles nur begrenzen können. Das wiederum ist dann aber wichtig, damit wir mit unseren medizinischen Kapazitäten eben nicht überfordert sind".

Lothar Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts, schloss sich dem Aufruf der Ministerpräsidentenkonferenz an. Wann immer möglich, solle im Alltagsleben auf Kommunikation über Telefon und elektronische Medien umgestiegen werden. Dass Menschen unterwegs sind, soll in den nächsten Wochen reduziert werden.

Regierungserklärung zur Corona-Pandemie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Ärzte Zeitung und Ärzteblatt vom 9. März 2020). "Aus der Corona-Epidemie in China ist eine weltweite Pandemie geworden. Wir nehmen die Situation sehr ernst. Fest steht. Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht. Unsere Strategie ist weiterhin, die Ausbreitung von Corona innerhalb Deutschlands und in den betroffenen Regionen zu verlangsamen und einzudämmen. Schon jetzt kommt es dabei zu Einschränkungen des Alltags.

Ich will auch offen sagen, wie eine mögliche nächste Stufe aussehen kann. Unser Fokus wird dann darauf liegen, unsere Kapazitäten auf Patienten zu konzentrieren, bei denen schwerere Krankheitsverläufe auftreten. Die Abläufe in den Kliniken und Praxen werden dann entsprechend angepasst und die Kräfte im Gesundheitswesen auf die akute Lage fokussiert. Das wird stellen- und phasenweise auch zu Stress im System führen.

Planbare medizinische Eingriffe werden dann verschoben. Die große Mehrheit der Infizierten mit gar keinen oder leichten Symptomen wird dann gebeten, sich zu Hause auszukurieren.

Oberstes Ziel ist die Dynamik der Virus-Epidemie zu verlangsamen und unser Gesundheitssystem funktionsfähig zu halten. Dabei sei zu entscheiden: Worauf können wir verzichten für mehrere Wochen und Monate? Wir reden deutlich über mehrere Monate als über mehrere Wochen." Regierungserklärung


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