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Nachrichten aus der Pflege
Mittwoch, 19. Dezember 2018

Pflegehaushalte müssen frühzeitig Unterstützung bekommen

Pflegebevollmächtigter stellt Konzept des Pflege Ko-Piloten vor

Berlin (scp) – Die Abkürzung „Ko-Pilot" steht für Koordination-Pflege im Lot), machte Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, auf einer Veranstaltung seines Hauses – gemeinsam mit der BAGSO – zum Thema „Überforderung in der häuslichen Pflege von Anfang an vermeiden", deutlich.

Klar sei, dass es seitens der Pflegekassen, Kommunen, der Selbsthilfe und der Seniorenorganisationen bereits heute ein gutes Beratungsangebot gebe, so Westerfellhaus. Aber diese Angebote stünden meist nicht flächendeckend zur Verfügung. Oft werde diese Hilfe erst zu spät gefunden oder angenommen. Dabei wären frühzeitige Beratung und Unterstützung der Schlüssel zur Prävention, betont er weiter. Auch seien diese Hilfen nicht auf eine umfassende, vertrauensvolle und dauerhafte Begleitung der Pflegebedürftigen und der pflegenden Angehörigen ausgerichtet, wie es gerade zu Beginn einer Pflegesituation notwendig wäre.

 

Die häusliche Pflege ist für alle Beteiligten eine Herausforderung. Sie verändert die Lebenssituation der Pflegebedürftigen und Pflegepersonen nachhaltig und schafft neue, existenzielle Abhängigkeiten. Damit umzugehen ist nicht einfach. Beide Seiten erleben gerade zu Beginn häufige Orientierungslosigkeit, Konflikte und auch Zeiten der Überforderung. Dazu kommt oft eine permanente Mehrfachbelastung auf Seiten der pflegenden Angehörigen. Belastungen und Überforderungen sowie alte und neue Konflikte auf beiden Seiten können in dieser Situation nicht nur Gesundheitsbeeinträchtigungen mit sich bringen, sondern unter Umständen auch zu vernachlässigenden oder sogar Gewalthandlungen führen."
Auszug aus dem Konzept zum Pflege Ko-Piloten des Pflegebevollmächtigten

 

Westerfellhaus will eine zielgenaue Stärkung der häuslichen Pflege und hierzu einen Ko-Piloten in Form wiederholter aufsuchender Begleitung und Beratung als präventiven Ansatz im Pflegeversicherungsgesetz etablieren (wir berichteten bereits). „Unabhängige, hochqualifizierte Pflege Ko-Piloten können Pflegebedürftige und pflegende Angehörige als fester Ansprechpartner unterstützen und vertrauensvoll auf die Aufgaben und mögliche Konflikte vorbereiten."

Der Pflege Ko-Pilot soll Pflegebedürftigen und deren Angehörige ermöglichen, ihre Bedürfnisse und Belange ins Gleichgewicht, ins Lot zu bringen und möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in ihren eigenen vier Wänden zu führen. Westerfellhaus weiter: „Angelehnt ist diese Idee an die bereits bewährten Beratungs- und Betreuungsgespräche durch Hebammen bei den frischgebackenen Eltern".

 

Nicht geklärt wurde, woher die Pflege Ko-Piloten angesichts des bestehenden Mangels an professionell Pflegenden kommen sollen. Denn für eine flächendeckende Umsetzung sind wohl mehrere zehntausend davon nötig. Was das Anforderungsprofil angeht, so müssen diese für Westerfellhaus „hochqualifiziert" sein. Dabei sieht er gerade für ältere professionell Pflegende ein „weiteres Berufsfeld". „Der Pflege Ko-Pilot könnte eine Marke ähnlich derer der Hebammen werden", machte der Pflegebevollmächtigte abschließend seine Vision deutlich.

 

Mit der Hilfe eines Gutachtens soll nun untersucht werden, wie die derzeitigen verpflichtenden Kontrollbesuche für Pflegegeldempfänger zu präventiven Ko-Pilot-Besuchen ausgebaut werden können. Ergebnisse hierzu werden für den Anfang des nächsten Jahres erwartet.


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