HomeAbo/LeistungenSign in/-outKontakt/Über uns
Nachrichten aus der Pflege
Samstag, 14. Juli 2018

2. Altenpflegebarometer. Misstrauen beherrscht die Altenpflege

Berlin (scp) – Die Ergebnisse des 2. Deutschen Altenpflegebarometers sind alarmierend: Die bundesweite Umfrage unter Führungskräften stationärer Altenpflegeeinrichtungen und ambulanter Dienste ergab, dass 88 Prozent der Befragten von der Altenpflegepolitik der Bundesregierung nicht überzeugt sind.

Pflegestärkungsgesetze ohne Verbesserungen

Darüber hinaus sind zwei Drittel aller Befragten der Meinung, dass die Pflegestärkungsgesetze der alten Bundesregierung „keinerlei Verbesserungen" mit sich gebracht haben. Das Misstrauen der Branche gegenüber der Politik wächst, heißt es seitens des Vincentz Networks und der Evangelischen Heimstiftung, die die Umfrage in Auftrag gegeben haben. Beteiligt daran haben sich 1.242 Führungskräfte stationärer und ambulanter Einrichtungen.

51 Prozent aller Befragten gaben an, mit der Wirtschaftlichkeit ihrer Einrichtung unzufrieden zu sein. Im Jahr 2016 (beim 1. Deutschen Altenpflegebarometer) waren dies 37 Prozent. Am deutlichsten wird die angespannte Lage mit Blick auf die Personalsituation. Waren im Jahr 2016 schon 57 Prozent der Teilnehmer unzufrieden, sind es jetzt 85 Prozent. Und rund 94 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass sich der Fachkräftemangel in den letzten zwei Jahren deutlich verschärft hat.

88 Prozent der stationären Einrichtungen und 94 Prozent der ambulanten Dienste sehen keine Verbesserung der Personalsituation aufgrund der Pflegestärkungsgesetze. 78 Prozent (stationär) und 66 Prozent (ambulant) erwarten eine weitere Verschlechterung der Personalsituation. 79 Prozent der befragten Führungskräfte sind der Überzeugung, dass sich die Personalsituation erst dann verbessere, wenn Pflegekräfte deutlich besser bezahlt werden.

Es wird immer schwieriger, die gute Qualität in der Pflege zu sichern

24 Prozent der ambulanten Dienste und 36 Prozent der stationären Einrichtungen sind mit der Qualität der Pflege nicht mehr zufrieden. Jeder dritte Dienst und jede zweite Einrichtung erwarten eine weitere Verschlechterung der Qualität. Gründe dafür sind einerseits der Personalmangel, andererseits die aus Sicht der Befragten nicht angemessene Vergütung.

So sind nur 19 Prozent der stationären Einrichtungen der Meinung, mit den aktuellen Vergütungen eine qualitativ angemessene Pflege sicherstellen zu können. Dass vor zwei Jahren noch 51 Prozent der Befragten diesbezüglich optimistisch waren, sei mehr als ernüchternd, betonen die Herausgeber des 2. Deutschen Altenpflegebarometers.

Pflegebedürftigkeitsbegriff ohne Wirkung

57 Prozent der stationären Einrichtungen haben heute einen geringeren Pflegegrademix, obwohl sich der Pflegebedarf nicht geändert habe. 60 Prozent meinen, der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff hat sich nicht positiv ausgewirkt.

Unzufrieden ist man auch mit der aktuellen Pflegepolitik der Bundesregierung. Das sagen (zum Umfragezeitraum im Frühjahr 2018) zumindest rund 90 Prozent der befragten Führungskräfte.

Versagen auf der Landesebene

Auf Landesebene sind nur 9 Prozent mit der aktuellen Pflegepolitik in ihrem jeweiligen Bundesland zufrieden. In einigen Bundesländern sind die Ergebnisse besonders beunruhigend: 99 Prozent der Befragten in Brandenburg sowie 97 Prozent in Hamburg und Thüringen fühlen sich in Bezug auf die Altenpflegepolitik in ihrem Land im Stich gelassen.


Die Social Company
Nachrichten aus der Pflege

Ihr Wissen stärkt die Pflege! Hier geht es zum Abo.

Weitere News aus dem Bereich Studien & Positionen:

28.06.2018 - Neue Studie analysiert Status Quo und Reformansätze

Berlin (scp) – Fachkräfte für soziale Dienstleistungen, insbesondere in der Alten- und Krankenpflege, werden dringend gesucht. Die Bundesagentur für Arbeit signalisiert für alle 16 Bundesländer beginnende oder bereits gravierende Fachkräfteengpässe. Trotzdem...
weiterlesen


20.06.2018 - Berlin: Wir haben ein Problem

Berlin (scp) – „Wir haben in Berlin ein massives Personal- und Versorgungsproblem", betonte Thomas Meißner, Vorstandsmitglied des AnbieterVerbandes qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen (AVG), im Rahmen einer Anhörung im Ausschuss für Gesundheit,...
weiterlesen


20.06.2018 - DIP. Pflege-Thermometer 2018 veröffentlicht

Berlin (scp) – Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) in Köln hat mit dem Pflege-Thermometer 2018 die Ergebnisse der bundesweiten repräsentativen Befragung von Leitungskräften in der teil-/vollstationären Pflege veröffentlicht (wir berichteten...
weiterlesen


19.06.2018 - Krankenhaus Rating Report 2018. Bis 2025 fehlen über 100.000 Pflegefachkräfte

Bis zum Jahr 2025 sind in Deutschland 80.000 zusätzliche Fachkräfte in der Altenpflege und 30.000 zusätzliche Krankenpflegefachkräfte erforderlich, um den Status quo in der Pflege von 2016 zu gewährleisten. Zu diesem Ergebnis kommt der Krankenhaus Rating Report 2018. Der...
weiterlesen


11.06.2018 - BMBF. Bessere Pflege in Deutschland

Mit dem Cluster „Zukunft der Pflege" verstärkt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Anwendung neuer Technologien in der Pflege. Zentraler Aspekt ist dabei der Transfer von neuen Erkenntnissen aus der Wissenschaft in den Pflegealltag. Die Vernetzung von...
weiterlesen


10.06.2018 - WIdO-Pflege-Report 2018: Zu viele Antipsychotika-Verschreibungen, Dekubitus-Fälle und Krankenhauseinweisungen in deutschen Pflegeheimen

Berlin (scp) – Zwischen deutschen Pflegeheimen bestehen deutliche Qualitätsunterschiede bei der Gesundheitsversorgung. Das zeigt eine aktuelle Analyse, die das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) im Rahmen des Pflege-Reports 2018 durchgeführt hat. (Über Teilergebnisse der...
weiterlesen


NÄCHSTE TERMINE
Berlin. 14. und 15. Mai 2020.
Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS). 15. APS-Jahrestagung: „Bist Du sicher? Patientensicherheit geht alle an!"
Hannover. 23. bis 25. Juni 2020.
Messe Altenpflege 2020
Mehr Termine
Für unsere Webpräsenz nutzen wir auch Leistungen Dritter, wie z.B. YouTube und GoogleAnalytics.
Sobald Sie auf unserer Webpräsenz landen, sind alle diese Funktionen von Beginn an deaktiviert.
Hier geben wir Ihnen die Möglichkeit, Ihre Präfenzeren festzulegen:

Eingebettete YouTube-Videos aktivieren. Dazu werden Daten an YouTube gesendet.
GoogleAnalytics aktivieren. Dazu werden Daten an Google gesendet.
Ihre Präferenzen werden in einem Session-Cookie gespeichert.
Ihre Einstellungen können Sie jederzeit auf unserer Seite Datenschutz individuell anpassen und zurücknehmen.