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Nachrichten aus der Pflege
Samstag, 27. Oktober 2018

PTHV. Studie: Kaum ein Zusammenhang von Pflegezeit und Pflegegrad

Abhängigkeit von Personalschlüssel und Pflegegrad ist kritisch

Berlin (scp) – Die Pflege- und Betreuungszeit der in stationären Pflegeeinrichtungen lebenden Pflegebedürftigen hängt nur zu 21 Prozent mit den Pflegegraden zusammen. Ein Bewohner mit einem hohen Pflegegrad benötige somit nicht unbedingt mehr Pflege- und Betreuungszeit als eine Bewohnerin mit einem niedrigeren Pflegegrad.

Das sind wesentliche Ergebnisse der Studie der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) zum Thema „Pflege in Baden-Württemberg. Entwicklung struktur- und prozessorientierter Qualitätsindikatoren in der Langzeit-Pflege in Baden-Württemberg". Mit beteiligt war die Hochschule Esslingen.

Untersucht wurde der Zusammenhang von Pflegebedürftigkeit (Pflegegraden), Pflegequalität und Personalausstattung in 58 stationären Pflegeeinrichtungen.

 

Personalausstattung sollte nicht von Pflegegraden abhängen

Kritisch seien die Ergebnisse deshalb zu werten, da die Pflegegrade zur Berechnung der Personalausstattung der Heime herangezogen werden, macht Prof. Dr. Albert Brühl von der PTHV und Leiter der Studie deutlich.

Ob personelle Unterschiede in der Pflege auch zu einem Qualitätsunterschied führen, ließ sich mit dieser Studie nicht belegen, erläutert Prof. Katarina Planer, Hochschule Esslingen, und stellt infrage, ob „freiheitsentziehende Maßnahmen" sowie „Druckgeschwüre" als Ergebnisindikatoren ein gutes Mittel seien, um Pflegequalität zu messen.

 

Politik hat zentrale Probleme der Pflege verschärft

Zentrale Probleme der Pflegepraxis (Personalausstattung, Erbringen und Messen von Pflegequalität) wurden, so ein Fazit der Forscher, durch den Standardisierungswillen und das Kontrollbestreben der Politik mit Hilfe der Pflegewissenschaft, eher verschärft als gelöst.


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