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Nachrichten aus der Pflege
Freitag, 30. August 2019

Pflege-Report 2019

Mehr Personal in der Langzeitpflege – aber woher?

Berlin (scp) – Bis 2030 werden allein aufgrund der Alterung der Bevölkerung zusätzlich rund 130.000 Pflegekräfte in der Langzeitpflege gebraucht. Das zeigt eine aktuelle Analyse im Pflege-Report 2019 vom Wissenschaftlichen Institut der AOK.

Dabei klafft schon heute eine Lücke zwischen der Zahl der benötigten Pflegekräfte und den tatsächlich vorhandenen. Hochgerechnet auf Vollzeitstellen pflegen und betreuen aktuell knapp 590.000 Pflegekräfte die gesetzlich versicherten Pflegebedürftigen. 2030 werden rund 720.000 Personen benötigt. Bis zum Jahr 2050 steigt der Bedarf auf insgesamt knapp 1 Million Pflegekräfte an.

Dabei gilt: Dies sind konservative Schätzungen, denn in den Vorausschätzungen sind weitere Einflüsse auf den Personalbedarf zu berücksichtigen. So entwickelt sich die Zahl der Pflegebedürftigen bisher deutlich schneller, als es allein aufgrund der demographischen Entwicklung zu erwarten wäre. Außerdem müssen die bereits von der Politik angekündigten Maßnahmen zur verbesserten Personalbesetzung in Pflegeheimen berücksichtigt werden.

Unterschiedliche Entwicklung in den Ländern

Wie sich der Bedarf an Pflegefachpersonal in Zukunft entwickelt, hängt eng mit der Entwicklung der Pflegebedürftigkeit in Deutschland zusammen. Laut Pflege-Report waren 2017 ca. 4,6 Prozent der gesetzlich Versicherten auf Pflege angewiesen. Nach den Prognosen des WIdO wird ihr Anteil bis 2030 auf 5,5 Prozent ansteigen. 2050 werden sogar 7,4 Prozent der gesetzlich Versicherten auf Unterstützung durch die Pflegeversicherung angewiesen sein.

Diese Entwicklung ist aufgrund der jeweiligen Altersstruktur jedoch in allen Bundesländern unterschiedlich. 2017 reichte die Spanne des pflegebedürftigen Bevölkerungsanteils von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,7 Prozent in Brandenburg. Für 2030 prognostiziert der Pflege-Report Anteile zwischen 4,1 Prozent in Bayern und 8,2 Prozent in Brandenburg, 2050 werden die Unterschiede noch größer.

Hamburg hat danach mit nur 5,5 Prozent den niedrigsten Anteil an Pflegebedürftigen, in Brandenburg steigt dieser auf 11,1 Prozent. Damit legt der Anteil der zu pflegenden Bevölkerung in fast allen Bundesländern von 2017 auf 2050 um 60 bis 70 Prozent zu, lediglich in den Stadtstaaten fällt der Anstieg mit 40 Prozent geringer aus.

Länder müssen sich den Herausforderungen stellen

Alle Bundesländer müssen sich den absehbaren personellen Herausforderungen stellen, die mit der Entwicklung der Pflegebedürftigkeit zusammenhängen, weist der Report weiter hin. Deswegen sei es wichtig, dass die von der Konzertierten Aktion Pflege gesetzten Impulse, beispielsweise bei der Bezahlung und der Ausbildung, zügig aufgegriffen werden.

Ziel müsse die Sicherstellung eines quantitativ wie qualitativ ausreichenden Angebots an Pflegepersonal sein. Zu den Ursachen der Personalnot in der Pflege gehören beispielsweise die hohen krankheitsbedingten Fehlzeiten. Sie entstehen durch die psychischen und physischen Belastungen in der Pflege, die häufig als belastend empfundenen Arbeitszeiten sowie das als nicht leistungsgerecht empfundene Einkommen.

Ansatzpunkte für mehr Attraktivität

Ansatzpunkte, um die Pflege wieder attraktiver zu machen und Pflegekräfte zu unterstützen, werden im Report u. a. bei der Reform und Förderung der Ausbildung, bei der Prävention und Gesundheitsförderung für Pflegekräfte, in Verbesserungen der Arbeitsorganisation und der Führungskultur sowie beim Technikeinsatz in der Pflege, verbesserten Personalquoten, einer Entlastung durch Zuwanderung und einer besseren Vergütung von Pflegekräften gesehen.


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